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Lederfußboden - ein Bodenbelag mit Stil    20.11.12 15:42

Wenn man von jemandem sagt, er „ziehe vom Leder“, dann meint man mit dieser Redewendung, dass er ein Angeber sei. Nehmen wir jedoch an, dieser Jemand neige ein wenig zu Repräsentation und sanftem Luxus; dann kann er nicht nur im übertragenen, sondern sogar im wortwörtlichen Sinne vom Leder ziehen – also einen seiner Räume mit Lederfußboden ausstatten.

Präparierte Tierhäute gehörten sicherlich zu den allerersten Kleidungsstücken der werdenden Menschheit. Nach der Entdeckung des Gerbens sind vor allem Jacken und Sitzmöbel aus Leder bis heute gern in Gebrauch. Wie es sich auf Tierhaut läuft, wissen wir von unseren Schuhen. Irgendwann musste also mal jemand auf die Idee kommen, Lederfußböden herzustellen. Dafür eignen sich ausgewählte Räume wie das Chefbüro, Schlafzimmer, die exklusive Bar oder das Vestibül.

Wie man schon ahnen kann, ist der Spaß nicht ganz billig: etwa 450 bis 650 € muss man pro Quadratmeter Fußbodenleder rechnen. Der Grund liegt nahe: für 6-7 m² Bodenfläche müssen zwei ausgewachsene Rinder ihre Haut zu Markte tragen. Gegerbt wird anschließend mit Eichenrinde und Pflanzenextrakten; dann werden die Beläge gefärbt, vor allem in den klassischen Lederfarben wie braun, schwarz oder bordeaux. Viele andere Farben sind beim Lederfußboden ebenso möglich, wovon nur weiß als gänzlich unpraktisch erscheint. Die etwa 4 mm dicken Häute erhalten noch eine Endbehandlung, unter anderem mit Bienenwachs, Lanolin oder Paraffin. Danach werden sie in verschiedene Formate gestanzt, beispielsweise in fliesenartige Quadrate von 50 x 50 cm. Diese Abschnitte werden vom Fußbodenleger schließlich auf den gut vorbereiteten Fußboden geklebt. Es versteht sich, dass hier nur ein Fachmann Hand anlegen sollte. Jetzt zeigt sich die exklusive Ausstrahlung des Lederfußbodens - eines reinen Naturproduktes in vollendeter Schönheit, gepaart mit dem typischen Duft und einem warmen Raumgefühl.

Wer dem Luxus des echten Ledersfußbodens nicht frönen kann oder will, muss dennoch nicht verzichten. Die Hersteller bieten auch Beläge aus Lederfaserstoff an. Das ist ein Recyclingmaterial aus der Lederindustrie, insbesondere der Schuhproduktion. Die zermahlenen, faserigen Lederreste werden mit Latex gebunden und mit Farb- sowie Zusatzstoffen versetzt. Der zunächst entstehende Brei wird maschinell aufbereitet, bis sich schließlich lange Bahnen walzen lassen, in die typische Ledermuster eingeprägt werden. Der Handel bietet Lederfußböden dieser Art als z. B. als "tretford veledo" an, erhältlich in vier Ausführungen, beispielsweise „croco“ oder „torro“.

Liebhaber des Lederfußbodens können obendrein unter 12 Farben wählen, die vom hellen Vanille-Ton bis hin zum eleganten Schwarz reichen. Allerdings kann man den stilecht nachempfundenen Lederbelag nicht einfach wie einen Teppich im Zimmer ausrollen; er benötigt noch eine Art Unterbau, denn er ist nicht ganz so zäh wie Leder. Die tragende, haltgebende Unterlage bildet eine hochdichte Faserplatte (kurz HDF). Diese wird mit einer dünnen Korkschicht versehen und erst dann folgt das Lederimitat, genauer: der Lederfaserstoff. Er ist ein durchaus edler, strapazierfähiger und langlebiger Lederfußboden, der selbst den typischen Duft nicht vermissen lässt.

Im Fachhandel oder bei einschlägigen Handwerksfirmen sind die fertigen Fußbodenbeläge dann in Ausführungen erhältlich, wie wir sie vom Laminat kennen. Die fertigen Lederfaserelemente lassen sich mittels leimlosem Klicksystem „toploc“ zusammenfügen. Ein Quadratmeter davon kostet um die 80 Euro – zuzüglich Verlegung, die Otto-Normal-Heimwerker besser einem versierten Fachmann überlässt. Er kennt sich aus, beispielsweise mit dem notwendigen Untergrund, den unverzichtbaren Dehnungsfugen und dem Finish; benötigt der edle Lederfußboden doch zu guter Letzt noch eine abschließende Oberflächenbehandlung mit einem geeigneten Hartwachs-Öl, das u. a. das Wachs der brasilianischen Carnauba-Palme enthält.

 

Foto: Weseler Teppich GmbH & Co. KG (Markenname "tretford")

Ob Lederfaserstoff oder echtes Leder - beide Materialien verleihen einem Raum eine warme und wohnliche Athmosphäre.


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