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Sparsam heizen mit Wärmepumpen    27.06.11 13:14

Sie kommt gänzlich ohne das ständig teurer werdende Gas oder Öl aus und ist eine so genannte regenerative (also unerschöpfliche) Energiequelle. Doch ganz ohne den ebenfalls ständig teurer werdenden Strom kommt auch sie nicht aus. Deshalb ist gute Vorplanung besonders wichtig.


Zunächst muss sich der Bauherr entscheiden, woher er seine Wärme beziehen will. Er hat dafür im wesentlichen folgende Möglichkeiten:
Er entnimmt die benötigte Energie der Umgebungsluft. Dazu wird irgendwo im Garten, möglichst in der Nähe des Hauses, ein eher unscheinbarer Kasten (der Wärmetauscher) aufgestellt. Die Wärmepumpe entzieht der Luft Wärme und gibt sie an  den Heizkreislauf des Hauses ab.
Wird die Wärme der Erdoberfläche entnommen, ist es notwendig, im Garten in einer Ebene und einer Tiefe  bis zu 1,5 m Kollektoren (Wärmesammler) auszulegen. Durch diese Kollektoren fließt eine spezielle Kühlflüssigkeit, die dem Erdboden Wärme entzieht. Sie benötigen bei einem Einfamilienhaus etwa eine Fläche von 200 bis 250 Quadratmetern. Diese „Sammelfläche“ darf nicht bebaut werden und sie sollte auch nicht zu viele Pflanzen beherbergen, damit die Sonne möglichst ungehindert einstrahlen kann. Eine baurechtliche Genehmigung für Kollektoren ist nicht notwendig.
Da die Temperatur im Erdreich ab einer Tiefe von rund zehn Metern das ganze Jahr über nahezu konstant ist, eignen sich tiefere Erdschichten bzw. das Grundwasser besonders gut als Wärmelieferant. Dafür sind jedoch genehmigungspflichtige Tiefensonden notwendig (wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde; nicht möglich in Wasserschutzgebieten).
Bei einem herkömmlichen Einfamilienhaus wird in der Regel nicht tiefer als etwa 100 m gebohrt. In das Bohrloch werden zwei Rohre eingebracht, die entweder einen geschlossenen Kreislauf bilden oder bei der Nutzung von Wasser gewissermaßen den Zu- und Ablauf darstellen. Damit kann der Wärmepumpen-Prozess beginnen: Das umlaufende Kältemittel entzieht der Erde oder dem Tiefenwasser Wärme, ein Kompressor verdichtet das Mittel und es gibt seine Wärme über einen Wärmetauscher an den Heizkreislauf im Hause ab.

Die Energie, die dem Boden, dem Wasser oder der Luft entnommen wird, ist zwar kostenlos, der Betrieb des Kompressors und der elektrischen Pumpe(n) dagegen kostet Strom. Dieser Stromverbrauch hängt davon ab, welche Vorlauftemperatur im Heizkreislauf des Hauses erzeugt werden soll. Je höher sie sein soll (je wärmer meine Heizkörper also werden sollen), desto mehr Strom wird benötigt. Es liegt deshalb nahe, mit möglichst geringen Vorlauftem-peraturen zu arbeiten. Das gelingt meist nur mit Fußbodenheizungen und einem sehr gut gedämmten Haus. Bei einer Wärmepumpe gibt die so genannte Arbeitszahl an, wie viel Wärme sie im Verhältnis zum verbrauchten Strom erzeugen kann. Bei einer Arbeitszahl von 4 verwandelt eine Wärmepumpe also gewissermaßen 1 kWh Strom in 4 kWh Wärme. Anders ausgedrückt: ¾ der gewonnenen Wärme sind kostenlos.
Eine Gas-Brennwerttherme beispielsweise ist preiswert in der Anschaffung, doch die  jährlichen Verbrauchskosten sind hoch. Bei einer Wärmepumpe ist es genau umgekehrt. Ihre Anschaffungskosten belaufen sich je nach Haus schnell auf 15-20.000 €, dafür sind die laufenden Kosten gering.

Wärmetauscher einer Wärmepumpe, die die Energie aus der Umgebungsluft bezieht. Das unauffällige Gerät steht im Garten eines Einfamilienhauses und ist kaum größer als ein Kühlschrank.


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