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Mythos Fachwerkhaus?    01.02.14 10:17

Die Bauweise erscheint urtümlich, der Aufwand an fundierter Handarbeit ist enorm, eine Vorfertigung ist kaum möglich und  die verwendeten Baustoffe sind selten Massenware -  ökonomisch betrachtet, müsste es sich um ein Auslaufmodell handeln.


Doch Bauernhäuser und alte Fachwerkbauten sind am Immobilienmarkt heiß begehrt, sie erzielen gute Preise und die Käufer nehmen oft viel Sanierungsaufwand „in Kauf“. Die Gründe sind leicht gefunden: Insbesondere Fachwerkhäusern muss man kein nostalgisches Flair überstülpen, sie strahlen es einfach aus; schon mit Kleinigkeiten wie Schnitzereien, Ornamenten, gestalteten Balken- und Sparrenköpfen oder besonderen Tür- und Fensterbögen werden Häuser zum Unikat; das Wohngefühl beschreiben Liebhaber mit dem bezeichnenden Wort „urgemütlich“.
Seltsame Begriffe gehen um, wenn von Fachwerk die Rede ist; Ständer, Schwelle, Stiel, Rähm, Strebe und Riegel heißt es, oft noch mundartlich variiert. Sie alle bezeichnen unterschiedliche Konstruktionshölzer, also Balken mit jeweils spezieller Funktion. Ein quer laufendes Holz beispielsweise heißt Riegel (über einem Fenster also „Fensterriegel“). Deshalb sagen die Schweizer auch Riegel- statt Fachwerkhaus. Im Deutschen wurde diese Bezeichnung offenbar von „Gefach“ hergeleitet; das ist der Zwischenraum zwischen den Holzbalken, der auch heute oft noch mit einem Stroh-Lehm-Gemisch oder mit gebrannten Tonziegeln (Klinkern) ausgefüllt wird.
Wer streng ökologisch bauen will, greift gern nach dem altertümlich anmutenden Baustoff Lehm, vom dem schon unsere Vorfahren wussten, was sie an ihm hatten. Er speichert sehr gut Wärme, ist atmungsaktiv, kann Schadstoffe binden und schafft ein angenehmes Wohnklima. Eine bauphysikalische Eigenschaft ist besonders nützlich: Der Lehm im Gefach hält das umgebende Ständerwerk trocken, weil sein Feuchtigkeitsgehalt stets kleiner als der des Holzes ist. Dieses muss ohnehin gut getrocknet sein, damit es nach dem Einbau nicht über Gebühr schrumpft oder „arbeitet“. Dafür wird es entweder jahrelang gelagert oder ihm wird in technischen Verfahren (z. B. der Vakuumtrocknung) schonend, aber schnell die Feuchtigkeit entzogen.
Es leuchtet ein, dass bei einem Fachwerkhaus die Baustoffe, noch mehr jedoch die Fachgewerke (insbesondere Zimmerer) mit ihrem hohen Anteil an Handarbeit  finanziell zu Buche schlagen. Es kostet somit deutlich mehr als beispielsweise ein Massivhaus, bei dem die Blähtonwände industriell vorgefertigt wurden.
Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) fördert auch Fachwerkhäuser, wenn sie den von der Bank vorgegebenen Standard  KfW 40 oder 60 bei der Wärmedämmung erfüllen.
Jahrhunderte alte Traditionen in der Bauweise, viel Romantik und nostalgische Rückbesinnung bedeuten beim heute neu errichteten Fachwerkhaus keineswegs Einschränkung des Komforts oder gar Verzicht auf neue Technik.
Wer  Fachwerk schätzt, genießt innen ein heimeliges, stilvolles Wohnen und ein natürliches, gesundes Raumklima; nach außen hin kann er ein beneidenswert schönes Stück Haus vorzeigen. Eine Eigentümlichkeit hat das Fachwerkhaus obendrein: Es kann seinen Erbauer um Jahrhunderte überleben.

Bild-Quelle: Firma Mühlenhaus Historische Wohnbau GmbH, 49439 Steinfeld, OT Mühlen


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